Im Interview: Der Gründer von Eye Build It – Adrian Wegener

Mit seinem Start-up Eye Build It hat Adrian Wegener bereits zahlreiche Preise gewonnen und erst kürzlich den zweiten Platz bei unserem Demo Day belegt. Was sich hinter seinem Projekt verbirgt, wie er selbst zum Gründer wurde und weshalb Gründen sich auch für Dich lohnt, verrät er uns in diesem Interview.

Adrian Wegener ist Gründer von Eye Build It und befasst sich mit digital inklusiver Software.

Hi Adrian, Du bist Gründer von Eye Build It. Was macht Euer Start-up eigentlich?

Bei Eye Build It produzieren wir digital inklusive Software. Unser Leuchtturmprojekt ist der Eye Build It Creator – ein augengesteuertes Kreativprogramm für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. In unserem 3D-Programm können die NutzerInnen alle erdenklichen Modelle erstellen, online teilen und zum Schluss sogar 3D-Drucken.

Woher kam die Idee zu diesem Vorhaben?

Die Idee ist entstanden, als ich mich während meines Bachelorstudiums an der Hochschule Trier mit den Eye-Tracking-Geräten beschäftigt und darin ein Potential für neue intuitive Anwendungen gesehen habe.

Seit wann verfolgt Ihr dieses Projekt mittlerweile?

Gestartet habe ich das Projekt dann schlussendlich als meine Bachelorarbeit im Jahr 2017 und es seitdem mit viel Energie wachsen lassen.

Wie sieht Dein persönlicher Werdegang hin zur eigenen Gründung aus?

Ich habe vor der Gründung und während meines Studiums bereits für vier Jahre ein Kleinunternehmen geführt, mit dem ich interaktionsgetriebene Installationen und Anwendungen für Museen, politische Vereine und mehr produziert habe. Somit hatte ich schon etwas unternehmerisches Handeln erlebt. Ich habe mich aber als Designer, der spannende und innovative Projekte umsetzten will, relativ natürlich in diese selbstständige Position entwickelt.

Welche Attribute Deiner Persönlichkeit helfen dir im Start-up-Alltag besonders?

Auf der einen Seite bin ich, glaube ich, ziemlich resilient und komme mit den Stresssituationen, die jedes Start-up mit sich bringt, gut klar. Auf der anderen Seite schaffe ich es, Menschen von neuen Ideen und Technologien zu begeistern, was es einfacher macht, Menschen zu finden, die sich beteiligen wollen und über das Projekt sprechen.

Gab es eine Phase in Eurer Gründung oder ein Themenfeld, das besonders herausfordernd war?

Für uns war es schwierig in der Corona-Situation auf einmal nicht mehr mit unseren NutzerInnen und TesterInnen von Angesicht zu Angesicht zu sein und ihre motivierenden Reaktionen zu erleben. So mussten wir unseren persönlichen Bezug innerhalb kürzester Zeit in die digitale Welt übertragen.

Kannst Du einen Fehler benennen, der Dir beim Gründen so nicht nochmal passieren würde?

Selbstverständlich gäbe es viele kleine Dinge, die man anders machen würde, wie zum Beispiel welche Tools man verwendet, wie man Dinge plant oder dass man in meinen Augen auf gar keinen Fall im Dezember gründen sollte, wenn man nicht muss. 😀 Aber alles in allem bin ich mit dem gesamten Prozess zufrieden und würde nur vielleicht noch etwas früher und intensiver in die Öffentlichkeitskommunikation gehen – das ist aber sicher gründungsthemenspezifisch.

Welchen Tipp hast Du für jemanden, der/die mit seiner Gründung erst am Anfang steht?

Überprüft genau, von wem ihr welche Tipps und Hinweise bekommt, und evaluiert den Kontext. Keiner kann so viel über eure Gründung wissen wie ihr.
Und noch etwas ganz Wichtiges. Launched/Relaunched so früh wie möglich! Ich habe mal folgenden tollen Spruch dazu gehört: „Wenn dir das Produkt, das du veröffentlichst, nicht peinlich ist … dann hast du es zu spät veröffentlicht.“

Im Rahmen unserer Kampagne #gründefürsgründen zeigen wir derzeit auf, weshalb sich der Weg in die Selbstständigkeit lohnt. Was sind Deine persönlichen Gründe fürs Gründen, die Du anderen mitgeben kannst?

Für mich ist es einfach so, dass ich in diesen Jahren als Gründer so unfassbar viel gelernt habe in unterschiedlichsten Themen, mit denen ich mich vermutlich sonst auch gar nicht beschäftigt hätte. Es fördert einfach das interdisziplinäre Denken und grundsätzlich die eigene Entwicklung.

Danke dir, Adrian.

Mehr zum Projekt:
eye-build-it.de